Ist Flexicurity DAS Modell im Zeitalter von Kreativität und Wissensarbeit? In einer Wirtschafts-Reise nach Kopenhagen konnte ich mich eingehend zum dänischen Arbeits-Modell informieren. Schnell wird dabei klar: Das gesamte dänische System funktioniert nach anderen Prinzipien. Der Kern der Flexicurity ist gut: Menschen sollen höchste Flexibilität genießen und dabei die Garantie behalten einen Job zu haben. Was ist in Dänemark anders? Die Wochenarbeitszeit wird sehr genau eingehalten. Das Wechseln von Berufen ist durchwegs normal. Hohe Steuern werden u.a. für Unterstützungen im täglichen Leben der Menschen verwendet, Stichwort Kinderbetreuung. Die Menschen bilden sich viel mehr fort als im deutschsprachigen Europa (Dänemark: 27% der 19-60- jährigen bilden sich permanent weiter / Österreich 7%).
Unter dieser doch andere Bedingungen ist das Flexicurity-Modell entstanden. Was taugt also für die Wissens- und Kreativöknomie der Zukunft? Wo sind die Lernerfahrungen die von Dänemark ausgehen?
1.) Der Fokus liegt auf Beschäftigung, nicht auf dem Beruf!
Dies wird der aufkommenden Mobilität gerecht. Menschen verändern in fließenden Lebenssituationen und Lebens-Brüchen auch ihren Beruf. Der Schwerpunkt liegt somit auf der Beschäftigung und nicht auf alten Berufsbildern. Dies setzt voraus dass gelernt wird, und das permanent. Eine so hochentwickelte Lernkultur wie in Dänemark ist dabei Voraussetzung.
2.) Das Kind hat einen Namen: Flexicurity.
Damit wollen und können die Dänischen Interessensvertreter leben. Ob Gewerkschaften oder Arbeitnehmervertreter oder Regierung. Alle sind stolz auf ihr „Baby“ und kümmern sich rührend darum. Namen schaffen Identität, dies zählt auch oder gerade bei so komplexen Angelegenheiten.
3.) Selbstverantwortung und Balance wird gefördert.
Das eigene Leben selbst managen können, dies wird stark gefördert. Dabei liegt ein großes Augenmerk auf die Work-Life-Balance. Das Familienleben gestaltet sich sehr ausgeglichene zwischen Frau und Mann, wobei Frauen in Dänemark mehr Kinder bekommen als in Österreich und Deutschland. Trotz hoher Beschäftigungsrate bei den Frauen.
4.) Grundoffenheit zur modernen Welt.
In Dänemark hat man offensichtlich ein kollektives Verständnis dafür dass Globalisierung etwas positives ist. Man glaubt dass die Öffnung der Märkte sowie die weltweite Vernetzung einen guten Eindruck auf das eigenen Land hinterlässt. Wahrscheinlich auch weil MERSK als Unternehmen für 2/3 der auf den Weltmeeren verladenen Container verantwortlich zeichnet. Diese Grundoffenheit ist jedenfalls die Basis für Arbeitsmodelle die ebenfalls offen und vor allem modern sind. Wie auch das dänische Design.