In der ZDF Sendung „Sonntags“ wurde ich zum Thema „Zukunft des Wohnens“ als Studiogast eingeladen. Das Interview ist auch online nachzusehen:
http://www.zukunftsinstitut.de/presse_highlights.php

In der ZDF Sendung „Sonntags“ wurde ich zum Thema „Zukunft des Wohnens“ als Studiogast eingeladen. Das Interview ist auch online nachzusehen:
http://www.zukunftsinstitut.de/presse_highlights.php

Kreativität ist ein komisches Phänomen: Jeder findet es irgendwie gut, keiner weiß genau wie man es definieren soll, und nur ganz wenige sind es. Im Kontext der politischen Diskussionen macht sich langsam die Welle der „Kreativ-Fans“ breit, ehrlichgesagt: Meist sind das Frauen die den Workstyle des Kreativen aufgreifen. Doch wundert es nicht, sind es doch die Frauen die auf dem Vormarsch der Wissensökonomie stehen. Doch was soll passieren mit allen denen die dieses so wichtige Potential – die Schöpferkraft des Menschen – einfach nur in Schubladen stecken. Da werden Ideen gemessen wie ein paar Kilo Fleisch. Da werden Argumente gefunden warum das „bei uns“ nicht geht, nur weils halt früher anders war. Oder Branchen vorgeschoben die kreativ sein müssen. Die Generation Zukunft wirtschaftet anders, muss mit Ideen umgehen; mit Kooperation und Vernetzung. Das wissen wir. Auch muss diese Zukunftsgeneration vor allem eines: Das große Ego überwinden. Ein schlauer Mensch hat einmal gesagt: Kreativität beginnt da wo Routine aufhört. Ja, das stimmt. Aber noch was: Kreativität beginnt erst, wenn das Ego schläft. Wem es also darum geht im Wettbewerb der Kreativen die Nase vor zu haben ist weit von seinem eigentlichen schöpferischen Potential entfernt. Nur wer im kreativen Moment das Ego ganz vergisst kann wahre Größe entwickeln.Eine Diskussion über Kreativität auf dieser Ebene ist natürlich öffentlich schwer zu führen. Noch dazu soll doch jede Kreativität sofort einen Sinn ergeben; und damit meinen wir Geld verdienen. Das alles ist ja grundsätzlich in Ordnung. Doch wird eine Zukunft nicht ohne einen geduldigen Umgang mit Kreativität auskommen, noch wird diese Zukunft ohne den Rohstoff der „Schöpfungskraft“ des Menschen produktiv sein. Denn Produktivität ist an Kreativität gefesselt. Übrigens: Spielerisch können wir sehr leicht an den kreativen Potentialen kratzen. Also, lernen Sie zu spielen!

1.) DESIGN WITHIN REACH: Kunden wollen immer mehr Design! Die private Gestaltungskompetenz der Menschen wächst, weil die Sehnsucht sich selbst damit auszudrücken befriedigt werden kann. Doch dies setzt voraus dass man auch Produkte kaufen kann die von Design durchdrungen sind. Was Design ist wissen immer mehr: Ein bewusster Gestaltungsprozess. Selbst der Beruf des Designers ist heute kein so aussergewöhnlicher Job mehr. Das Potential dieses Berufs hat seinen Zenit aber noch lange nicht erreich. Weil alles was den Menschen umgibt eine Form hat gestaltet werden muss. Design wird damit für immer mehr Menschen erreichbar. Große Firmen wie H&M, Nespresso oder Apple haben sich darauf spezialisiert Produkte mit hoher Designqualität zu einem leistbaren Preis anzubieten. Mittelständische Unternehmen müssen in Zukunft mit diesem Trend mithalten, und ihren individuellen Charakter nach aussen kehren. Damit nicht nur Design und Schönheit sondern auch Identifikation entsteht.
2.) RETAILTAINMENT: Einkaufen alleine ist mittlerweile langweilig, es braucht mehr. Das Unterhaltungsprogramm der Zukunftsgeneration hat dabei vier Dimensionen. Zum einen wollen Konsumenten in Zukunft nicht nur schoppen, sonder sich mit ihrem Einkauf auch um etwas kümmern. Die Umwelt, zum Beispiel. Oder Menschen in Not. Der Erlebnisfaktor „Hilfe“ kommt zwischen BIO und CSR zum tragen. Auch die persönliche Weiterentwicklung wird zum zunehmenden Lustfaktor, was wir in der „Teaching-Industrie“ erkennen können. Doch nicht nur die eigene Weiterentwicklung, sonder die Selbstdarstellung und Selbstinszenierung werden die Shopper in Zukunft vermehrt suchen. Wo bin ich Star, wo werde ich etwas erleben das mich selbst in den Mittelpunkt stellt. Dieser Wunsch schwindelt sich vermehrt auf die Einkaufslisten der Menschen. Und zu guter letzt soll einkaufen auch verbinden, also Bekanntschaften und Kommunikation fördern. Das Vernetzten mit Gleichgesinnten mach dabei den größten Lustfaktor aus. Das bedeutet: Shoppen und Begegnen als ein wesentlicher Trend des Retailtainment.
3.) TEACHING INDUSTRIES: In einer Zeit in der wir über Bildung und ihre ideale Form diskutieren könnten wir eines Vermissen, und zwar die Frage nach der Lust am Lernen. Denn immer häufiger sehen wir Menschen die sich weiter bilden, jedoch jenseits vom Job. Diesem Trend folgen viele Unternehmen, wenn sie Lernangebote für Konsumenten anbieten. Natürlich kennt man schon längst die klassischen Koch-Kurse für Hausfrauen. Doch dies wird in Zukunft viel weiter gehen. So bietet z.b. Apple regelmäßige Computerkurse – kostenlos. Vom Einsteigerkurs bis zur Bedienung kompliziertester Programme. Warum macht das Sinn: Weil immer mehr Konsumenten zu Pro-Sumenten avancieren. Also zu Menschen die sich bewusst mit ihrem zu kaufenden oder gekauften Produkt auseinandersetzten möchten. Sie wollen eintauchen in die Tiefe der Produkte und Hintergründe und Geheimnisse darüber erfahren. Dies gelingt natürlich nur dann wenn ein Unternehmen auch spezielle Geheimnisse und interessantes Wissen zu erzählen hat. Willkommen in der Wissensgesellschaft in der das Wissen sowie die Emotion und nicht mehr das gelieferte Produkt im Vordergrund steht.
4.) CROSS INNOVATION: Erfahrungs-Austausch-Gruppen haben langsam ausgedient. Denn der Austausch von Erfahrung innerhalb einer gleich ausgerichteten Gruppe führt zu Misserfolg durch Anpassung. In Zukunft werden jene Unternehmen erfolgreich sein die sich nicht an der eigenen Branche orientieren, sonder Querfeldein ihre Fühler ausstrecken. So hat z.B. ein kleines Unternehmen in Oberösterreich die alt eingesessene Reinigungs-Branche revolutioniert. Drei Betreiber, jeweils nicht aus der Branche, haben sich überlegt warum sie jedesmal ihren Anzug in die Reinigung bringen müssen. Prompt haben die drei ein Unternehmen gegründet dass Kleidung abholt, reinigt und wieder bringt. Auf diese Idee ist in der Branche selbst noch niemand gekommen, weil man sich via Benchmark nur an der eigenen Branche orientiert hat. Das Unternehmen schlägt am Markt voll ein weil es eine essentielle Sehnsucht von Kunden bedient: Zeit sparen.