Unlängst konnte ich ein E-Mail abfangen, das mich wirklich wütend machte. Ein Unternehmen, ich nenne natürlich den Namen nicht, hatte eine Glorreiche Idee: Für ein neues Produkt sollte der Name in einem internen Ideenwettbewerb gefunden werden. Dies wurde also dem Team mittels einem E-Mail mitgeteilt, und 500 EUR als Prämie in Aussicht gestellt. So weit, so gut. Das wäre ja nicht ganz verkehrt. Doch was 10 Minuten auf das erste Mail folgte war der Kreativitäts-Killer schlechthin. Folgender Text stammt zu 100% aus dem E-Mail:
hallo liebes team,
habe vorhin etwas vergessen:das erfinden des neuen fonds-namens ist natuerlich eine sache, die sonstiges nicht blockieren darf! (kleiner tipp: die besten ideen kommen ganz spontan vor 09:00 und nach 18:00
)
So viel Dummheit in so wenigen Worten ist schier unglaublich: Kreativität muss also aus dem Alltag verbannt werden. Darf nicht im täglichen Lauf der Dinge integriert sein. Nein??? Dieser Wahnsinn ist leider kein Einzelfall. Immer wieder erlebe ich wie Unternehmen Kreativität vernichten. Doch das wird sich in Zukunft rechen – gerade in holprigen Zeiten. Denn Veränderungsprozesse fordern Kreativität. Und so genannte Krisen sind nichts anderes: Die Welt verändert sich. Deshalb rate ich jedem Unternehmen, Kreativität zu fördern. Lassen Sie es zu dass neue Ideen nicht nur von der Konkurrenz kommen, sondern im eigenen Unternehmen generiert werden. Fördern Sie Querdenken und machen sie um Gottes Willen keinen Wettbewerb der Ideen den Sie nicht ernst nehmen.
Toleranz, Technologie und die Förderung von Talent seine, laut Richard Florida, die wesentlichen Voraussetzungen für Menschen die Kreativ arbeiten. Als Kreative Klasse, so bezeichnet Florida die Jenen die kreative Arbeit verrichten, unabhängig von Branchen. Der Begriff beschreibt auch die Gruppe von Menschen denen es gelingen wird die Zukunft zu gestalten. Auch wenn die Umstände schwierig sind – oder ebene gerade dann.
Gestalterische Kraft: Das ist es was wir brauchen, was unserer Gesellschaft und unserer Ökonomie gut tut. Denn nur darauf warten bis der Wohlstand wieder kommt ist zu wenig. Krisen erinnern uns an Veränderung, und daran dass wir den Himmel auf Erden nicht für immer gepachtet haben. Letztlich: Dass auch wir in unserem Europa unseren Hintern bewegen müssen. Die Industrielle Revolution ist schon längst vorüber, die Wissensgesellschaft Realität und die Kreativ-Ökonomie vor der Tür. Unsere Chance, wenn wir es erkennen!
