In einer Welt deren wirtschaftliche Wertschöpfung auf Wissen basiert rückt plötzlich der Mensch wieder ins Zentrum des Geschehens. Denn Wissen liegt nicht auf irgendwelchen Rechner im Internet, sondern zwischen den Ohren der Menschen. Wahres Wissen definiert sich über dessen Anwendung: Denn Wissen das wir nicht verwenden ist bekanntlich Nicht-Wissen. Daher kommt es darauf an was man aus dem geistigen Kapital macht und wie man dieses von einer geistigen auf eine materielle Ebenen transferiert. Dazu braucht es eines: permanentes Training und Lernerfahrungen. Diese gestalten sich jedoch zunehmend schwer im Alltag. Daher werden schon heute viele Trainings, Seminare und Weiterbildungsveranstaltungen in Hotels abgehalten. Doch, seine wir uns ehrlich: In den wenigsten Hotels ist die Umgebung derart gestaltet dass es uns leicht fällt zu lernen. Oder dass es gar Spaß macht. Die Umgebung trägt jedoch enorm zu unserem Lernerfolg bei. Sie ist quasi der Geburtshelfer des Lernens. Nicht um sonst hat unser Flow-Forscher Mihaly Csikszentmihalyi davon gesprochen dass „Kreativität sich am besten in einer Umgebung ausbreitet in der neue Ideen keine Anstrengung brauchen wahrgenommen zu werden“ – oder kürzer, auch von ihm: „Fragen Sie nicht was ist Kreativität, sonder wo ist Kreativität.“ In diesem Sinne brauchen wir zukünftig Lern-Räume für unterschiedlichste Anforderung der Wissens-Aufnahme und des Austauschs. Von verspielten „Play-Zones“ bis zur „Focus-Area“, vom „Inspiration-Room“ bis hin zur „Chat-Box“. Das alles sind Synonyme für Räume oder Zonen in den Hotels der Zukunft. Diese geben uns neue Möglichkeiten der Kommunikation und / oder der geistigen Ausrichtung. In jedem Fall bilden sie eine Umgebung die sonst nicht in alltäglichen Räume wie Büro oder Wohnung zu realisieren sind. Auch öffentlichen Plätze wird es kaum geben die sich mit der Ausrichtung der Lern-Fähigkeiten intensiv beschäftigen. Die Frage ob Schulen und öffentliche Lehr-Anstalten diesen Weg so schnell schaffen ist fraglich, da die Betreiber meist einen anderen, internen Machtkampf ausführen müssen. Daher eignen sich Hotels bestens als Lern-Erfahrungs-Zonen der Zukunft; oder: als die neuen Schulen einer kreativen Gesellschaft.

Interview im ZDF
Oktober 31, 2007In der ZDF Sendung „Sonntags“ wurde ich zum Thema „Zukunft des Wohnens“ als Studiogast eingeladen. Das Interview ist auch online nachzusehen:
http://www.zukunftsinstitut.de/presse_highlights.php

Schwierig zu verstehen: Kreativität!
Oktober 18, 2007Kreativität ist ein komisches Phänomen: Jeder findet es irgendwie gut, keiner weiß genau wie man es definieren soll, und nur ganz wenige sind es. Im Kontext der politischen Diskussionen macht sich langsam die Welle der „Kreativ-Fans“ breit, ehrlichgesagt: Meist sind das Frauen die den Workstyle des Kreativen aufgreifen. Doch wundert es nicht, sind es doch die Frauen die auf dem Vormarsch der Wissensökonomie stehen. Doch was soll passieren mit allen denen die dieses so wichtige Potential – die Schöpferkraft des Menschen – einfach nur in Schubladen stecken. Da werden Ideen gemessen wie ein paar Kilo Fleisch. Da werden Argumente gefunden warum das „bei uns“ nicht geht, nur weils halt früher anders war. Oder Branchen vorgeschoben die kreativ sein müssen. Die Generation Zukunft wirtschaftet anders, muss mit Ideen umgehen; mit Kooperation und Vernetzung. Das wissen wir. Auch muss diese Zukunftsgeneration vor allem eines: Das große Ego überwinden. Ein schlauer Mensch hat einmal gesagt: Kreativität beginnt da wo Routine aufhört. Ja, das stimmt. Aber noch was: Kreativität beginnt erst, wenn das Ego schläft. Wem es also darum geht im Wettbewerb der Kreativen die Nase vor zu haben ist weit von seinem eigentlichen schöpferischen Potential entfernt. Nur wer im kreativen Moment das Ego ganz vergisst kann wahre Größe entwickeln.Eine Diskussion über Kreativität auf dieser Ebene ist natürlich öffentlich schwer zu führen. Noch dazu soll doch jede Kreativität sofort einen Sinn ergeben; und damit meinen wir Geld verdienen. Das alles ist ja grundsätzlich in Ordnung. Doch wird eine Zukunft nicht ohne einen geduldigen Umgang mit Kreativität auskommen, noch wird diese Zukunft ohne den Rohstoff der „Schöpfungskraft“ des Menschen produktiv sein. Denn Produktivität ist an Kreativität gefesselt. Übrigens: Spielerisch können wir sehr leicht an den kreativen Potentialen kratzen. Also, lernen Sie zu spielen!

Vier Trends welche die Wohnbranche in Zukunft irritieren werden:
Oktober 5, 20071.) DESIGN WITHIN REACH: Kunden wollen immer mehr Design! Die private Gestaltungskompetenz der Menschen wächst, weil die Sehnsucht sich selbst damit auszudrücken befriedigt werden kann. Doch dies setzt voraus dass man auch Produkte kaufen kann die von Design durchdrungen sind. Was Design ist wissen immer mehr: Ein bewusster Gestaltungsprozess. Selbst der Beruf des Designers ist heute kein so aussergewöhnlicher Job mehr. Das Potential dieses Berufs hat seinen Zenit aber noch lange nicht erreich. Weil alles was den Menschen umgibt eine Form hat gestaltet werden muss. Design wird damit für immer mehr Menschen erreichbar. Große Firmen wie H&M, Nespresso oder Apple haben sich darauf spezialisiert Produkte mit hoher Designqualität zu einem leistbaren Preis anzubieten. Mittelständische Unternehmen müssen in Zukunft mit diesem Trend mithalten, und ihren individuellen Charakter nach aussen kehren. Damit nicht nur Design und Schönheit sondern auch Identifikation entsteht.
2.) RETAILTAINMENT: Einkaufen alleine ist mittlerweile langweilig, es braucht mehr. Das Unterhaltungsprogramm der Zukunftsgeneration hat dabei vier Dimensionen. Zum einen wollen Konsumenten in Zukunft nicht nur schoppen, sonder sich mit ihrem Einkauf auch um etwas kümmern. Die Umwelt, zum Beispiel. Oder Menschen in Not. Der Erlebnisfaktor „Hilfe“ kommt zwischen BIO und CSR zum tragen. Auch die persönliche Weiterentwicklung wird zum zunehmenden Lustfaktor, was wir in der „Teaching-Industrie“ erkennen können. Doch nicht nur die eigene Weiterentwicklung, sonder die Selbstdarstellung und Selbstinszenierung werden die Shopper in Zukunft vermehrt suchen. Wo bin ich Star, wo werde ich etwas erleben das mich selbst in den Mittelpunkt stellt. Dieser Wunsch schwindelt sich vermehrt auf die Einkaufslisten der Menschen. Und zu guter letzt soll einkaufen auch verbinden, also Bekanntschaften und Kommunikation fördern. Das Vernetzten mit Gleichgesinnten mach dabei den größten Lustfaktor aus. Das bedeutet: Shoppen und Begegnen als ein wesentlicher Trend des Retailtainment.
3.) TEACHING INDUSTRIES: In einer Zeit in der wir über Bildung und ihre ideale Form diskutieren könnten wir eines Vermissen, und zwar die Frage nach der Lust am Lernen. Denn immer häufiger sehen wir Menschen die sich weiter bilden, jedoch jenseits vom Job. Diesem Trend folgen viele Unternehmen, wenn sie Lernangebote für Konsumenten anbieten. Natürlich kennt man schon längst die klassischen Koch-Kurse für Hausfrauen. Doch dies wird in Zukunft viel weiter gehen. So bietet z.b. Apple regelmäßige Computerkurse – kostenlos. Vom Einsteigerkurs bis zur Bedienung kompliziertester Programme. Warum macht das Sinn: Weil immer mehr Konsumenten zu Pro-Sumenten avancieren. Also zu Menschen die sich bewusst mit ihrem zu kaufenden oder gekauften Produkt auseinandersetzten möchten. Sie wollen eintauchen in die Tiefe der Produkte und Hintergründe und Geheimnisse darüber erfahren. Dies gelingt natürlich nur dann wenn ein Unternehmen auch spezielle Geheimnisse und interessantes Wissen zu erzählen hat. Willkommen in der Wissensgesellschaft in der das Wissen sowie die Emotion und nicht mehr das gelieferte Produkt im Vordergrund steht.
4.) CROSS INNOVATION: Erfahrungs-Austausch-Gruppen haben langsam ausgedient. Denn der Austausch von Erfahrung innerhalb einer gleich ausgerichteten Gruppe führt zu Misserfolg durch Anpassung. In Zukunft werden jene Unternehmen erfolgreich sein die sich nicht an der eigenen Branche orientieren, sonder Querfeldein ihre Fühler ausstrecken. So hat z.B. ein kleines Unternehmen in Oberösterreich die alt eingesessene Reinigungs-Branche revolutioniert. Drei Betreiber, jeweils nicht aus der Branche, haben sich überlegt warum sie jedesmal ihren Anzug in die Reinigung bringen müssen. Prompt haben die drei ein Unternehmen gegründet dass Kleidung abholt, reinigt und wieder bringt. Auf diese Idee ist in der Branche selbst noch niemand gekommen, weil man sich via Benchmark nur an der eigenen Branche orientiert hat. Das Unternehmen schlägt am Markt voll ein weil es eine essentielle Sehnsucht von Kunden bedient: Zeit sparen.

Small Global Player
September 18, 2007Sie sind die Zukunft der Wirtschaft: Klein, global und hyperaktiv. Immer besser werden die Rahmenbedingungen für die kleinen, wendigen Unternehmen. Oft mit nur wenigen Mitarbeitern erlangen Sie Spezial-Wissen. Sie agieren kreativ und hinterfragen Gewohntes. Sie stoßen Nischen auf und zeigen der klassischen Unternehmerschicht dass „neue Wege gehen“ nicht nur ein Schlagwort ist.
Klein, aber oho! Das wird in Zukunft viel attraktiver als wir das je geglaubt hätten. Ich würde mich freuen wenn Sie mit mir diskutieren. Über SmallGlobalPlayer, über die Wirtschaft die solch kleine Unternehmen so stark macht. Und über die Auswirkungen auf den globalen Märkten: Falls es die gibt!

Flexicurity – die Lösung für die Arbeit von Morgen?
September 13, 2007Ist Flexicurity DAS Modell im Zeitalter von Kreativität und Wissensarbeit? In einer Wirtschafts-Reise nach Kopenhagen konnte ich mich eingehend zum dänischen Arbeits-Modell informieren. Schnell wird dabei klar: Das gesamte dänische System funktioniert nach anderen Prinzipien. Der Kern der Flexicurity ist gut: Menschen sollen höchste Flexibilität genießen und dabei die Garantie behalten einen Job zu haben. Was ist in Dänemark anders? Die Wochenarbeitszeit wird sehr genau eingehalten. Das Wechseln von Berufen ist durchwegs normal. Hohe Steuern werden u.a. für Unterstützungen im täglichen Leben der Menschen verwendet, Stichwort Kinderbetreuung. Die Menschen bilden sich viel mehr fort als im deutschsprachigen Europa (Dänemark: 27% der 19-60- jährigen bilden sich permanent weiter / Österreich 7%).
Unter dieser doch andere Bedingungen ist das Flexicurity-Modell entstanden. Was taugt also für die Wissens- und Kreativöknomie der Zukunft? Wo sind die Lernerfahrungen die von Dänemark ausgehen?
1.) Der Fokus liegt auf Beschäftigung, nicht auf dem Beruf!
Dies wird der aufkommenden Mobilität gerecht. Menschen verändern in fließenden Lebenssituationen und Lebens-Brüchen auch ihren Beruf. Der Schwerpunkt liegt somit auf der Beschäftigung und nicht auf alten Berufsbildern. Dies setzt voraus dass gelernt wird, und das permanent. Eine so hochentwickelte Lernkultur wie in Dänemark ist dabei Voraussetzung.
2.) Das Kind hat einen Namen: Flexicurity.
Damit wollen und können die Dänischen Interessensvertreter leben. Ob Gewerkschaften oder Arbeitnehmervertreter oder Regierung. Alle sind stolz auf ihr „Baby“ und kümmern sich rührend darum. Namen schaffen Identität, dies zählt auch oder gerade bei so komplexen Angelegenheiten.
3.) Selbstverantwortung und Balance wird gefördert.
Das eigene Leben selbst managen können, dies wird stark gefördert. Dabei liegt ein großes Augenmerk auf die Work-Life-Balance. Das Familienleben gestaltet sich sehr ausgeglichene zwischen Frau und Mann, wobei Frauen in Dänemark mehr Kinder bekommen als in Österreich und Deutschland. Trotz hoher Beschäftigungsrate bei den Frauen.
4.) Grundoffenheit zur modernen Welt.
In Dänemark hat man offensichtlich ein kollektives Verständnis dafür dass Globalisierung etwas positives ist. Man glaubt dass die Öffnung der Märkte sowie die weltweite Vernetzung einen guten Eindruck auf das eigenen Land hinterlässt. Wahrscheinlich auch weil MERSK als Unternehmen für 2/3 der auf den Weltmeeren verladenen Container verantwortlich zeichnet. Diese Grundoffenheit ist jedenfalls die Basis für Arbeitsmodelle die ebenfalls offen und vor allem modern sind. Wie auch das dänische Design.

Hotel wird zur „Teilsphäre“ des Wohnens
September 3, 2007In Zukunft werden wir Hotels viel selbstverständlicher benutzen als wir das heute noch tun. Hotels werden damit mehr noch zum Teil eines gesamten „Wohn-Konzeptes“. Wir entwickeln uns in eine mobile Gesellschaft, in der das Verlagern von Orten zum temporären Dauerzustand erwächst. Damit bleibt die Frage: Welches Hotel nutzen wir für was? Für Business-Meetings brauchen wir etwas anderes als für Inspirations-Trips. Zum Abchillen zwischendurch wollen wir eine andere Umgebung als für wirkliche Entspannung. Natürlich gibt es schon Konzepte in diese Richtung: Ich erinnere an den Lanserhof (www.lanserhof.at) als extremes Gesundheits-Hotel der neuesten Generation. Oder an die mutigen Hotelbetreiber des Strandhotels Alice, die zum ersten Tanzhotels Österreichs (www.tanzurlaub.at) mutiert sind. Diese Hotels werden zum Teil unseres „Wohn-Konzeptes“, weil sie für einen ganz bestimmtes Vorhaben in unserem Leben eine Heimat bieten. Das Megatrend-Gespann INDIVIDUALSIERUNG und MOBILITÄT verändern somit unseren Umgang mit dem Reisen und der Nutzung von Hotels. Das „zu Hause“ ist dann dort, wo wir es bewusst definieren. Im Sinne einer „Third Place“ Philosophie verlagern wir einen Teil des Wohnens in die Hände von Hotelanbietern.

Smart Being
September 2, 2007Wohnen wird in Zukunft smarter. Das ist uns heute schon klar, denn die Technologie lässt nicht locker uns mit tollen und faszinierenden Errungenschaften den Tag leichter und schöner zu machen. Doch haben wir auch verstanden, welchen Einfluss das Wohnen tatsächlich auf unsere Leben hat? In meiner Studie „Living in the Future“ habe ich den Einfluss von Räumen auf uns Menschen thematisiert. Vertieft man sich darin kann die Bedeutung der Wirkung von Räumen (und Wohnungen) auf den einzelnen Bewohner gar nicht hoch genug bewertet werden. Eine Wohnung ist ein Netz aus komplexen Zusammenhängen: Eigentümer, Bewohner, Geschichten, Farben und Formen, Umgebung, Gestaltung, Größe und Einteilung. Und da wären dann noch undurchsichtige Verbindungen wie Erdstrahlung, Elektrosmog und dergleichen. Umso mehr wächst die Bedeutung, mit der zunehmenden Anforderung, dass eine Wohnstätte zum Ankerplatz unserer Energie avanciert.

Sind Sie inspiriert?
September 1, 2007Inspiration. Eine wichtige Voraussetzung für Kreativität. Ich denke Inspiration ist auch der Schlüssel zur persönlichen Entfaltung. Überlegen Sie: Was inspiriert Sie? Was turnt Sie an etwas zu tun, neue Gedanken zu entwickeln oder gar schöpferisch tätig zu werden? Inspiration ist die Quelle für Kreativität, aber was ist die Quelle Ihrer Inspiration? Was nicht inspiriert sind täglich stupide Wiederholungen. Was nicht inspiriert sind Killerphrasen. Was nicht inspiriert ist ein zu starker Fokus auf Probleme. Was inspiriert sind Menschen, sind Ausflüge aus dem Alltag. Inspirierend ist es, wenn Sie selbst in die Schuhe von anderen schlüpfen, um die Welt neu zu entdecken. Inspirierend ist es, wenn Sie auf Ihre innere Stimme hören, ohne den Wirren der Umwelt stets Folge zu leisten. Was also inspiriert Sie und wie können sie zur Quelle der Inspiration für andere werden? Das ist eine wesentliche Frage in einer Ökonomie des Wissens; in einem Zeitalter der Kreativität.